


G.M. and The Bluesbusters
auf dem Riverboat-Shuffle Chiemsee 2004
»Guten Abend, gut' Nacht« im Dixiestil
Riverboat-Shuffle 2004 auf dem Chiemsee, Chiemgau, mit Sommerwetter und Feuerwerk
Zunächst einmal, wenn der Chiemseedampfer Fahrt aufgenommen hat und man die sonnenbestrahlte Kulisse der Alpen von einem der Decks der »Edeltraud« aus vorbeiziehen sieht, ist man versucht die erste Etappe der vierstündigen Fahrt mit dem »River Boat Shuffle« für die Schönste zu halten. Die Musik - Dixie, Blues und Boogie vom Feinsten - ist zu diesem Zeitpunkt noch Beiwerk, sie übertönt gerade das Geräusch der Schiffsmaschine und das Plätschern des Wassers. Begibt man sich in einen der drei Innenräume, amüsiert man sich im Stillen über Rettungsring und Schiffsglocke, die man direkt hinter dem ausnehmend geschmeidigen Saxofonisten der »G.M. and the Bluesbusters« durchs Fenster entdeckt. Ihre Titel, beispielsweise das rasante und brandneue »I'm as busy as a man can be« mit Saxofon-Solo von Peter Lechner, sitzen perfekt und gehen ins Blut.
Während der zweiten Etappe erlebt man das »fade-out« der Farben draußen. Wer Glück hat wie die über 300 Gäste der jüngsten, hochsommerlich-warmen Fahrt, kann sich immer noch hemdsärmelig an Deck aufhalten - so wie auch die Musiker der »Free Beer and Chicken«, die kurzerhand die Bühne ins Freie verlegten und dort vor einem begeisterten Teilpublikum ein »unplugged«-Zwischenspiel gaben.
Alle Musiker der Band sind erwähnenswert, insbesondere aber die für den Blues prädestinierte und gleichzeitig sehr verwandlungsfähige Stimme von Mano Maniak. Die Band war zum zweiten Mal mit von der Partie und Maniak schätzt die besondere Atmosphäre auf dem Schiff: »Das ist schon ein besonderer Charakter,« findet der Musik-Profi aus München, »vor allem, wenn man vor dieser Kulisse draußen spielen kann. Und es passieren immer amüsante Dinge. Zum Beispiel habe ich diesmal gepatzt, weil während eines Stückes plötzlich alle Gäste wie gebannt zum Fenster hinaus schauten. Das Schiff fuhr gerade an einem Nacktbadestrand vorbei. Ich musste natürlich auch schauen - und hab den Schlussakkord verpasst.«
Spätestens mit Eintritt der Dunkelheit gewinnt die Musik an Gewicht. Die »Munich Footwarmers«, eine traditionelle Dixie- und Bluesband mit gut 30-jähriger Geschichte und brillianten Solisten, hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine große Fangemeinde um sich geschart und spielten bis zum Stillstand der Motoren - zuletzt eine Variation von »Guten Abend, gut' Nacht« im Dixiestil, sowie als letzte Zugabe den Klassiker »Icecream«. Das Publikum, dem ein fulminantes Feuerwerk über Seebruck die Rückfahrt über den nunmehr stockfinsteren See verschönte, ging höchst ungern von Bord.
Claudia Kreie
